Narbenentstehung und Narbenformen

Unter einer Narbe versteht man die Beschädigung einzelner Hautstrukturen. Die Haut, welches das größte Organ des Menschen ist setzt sich aus drei Schichten zusammen: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Corium) und der Unterhaut (Subcutis). Dabei kann die Oberhaut noch weiter unterteilt werden, so gibt es eine Schicht, welche Pigmentzellen trägt, die für die Farbe der Haut verantwortlich sind. Zwischen diesen Zellen befinden sich die Kollagenfasern, die elastischen Fasern und feinen Kapillaren (ganz dünne Blutgefäße). Kommt es nun zur Narbenbildung und der anschließenden  Heilung, so verringern sich die Kollagen- und elastischen Fasern. Dazu kommt die Abnahme des Wassergehalts im Bereich der Narbe. Diese Hautreaktionen bewirken die Narbenentstehung und Form.

Wann bildet sich eigentlich eine Narbe?

Eine Narbe entsteht allerdings nicht bei jeder Verletzung. Ein kleiner Schnitt in den Finger bewirkt noch keine Narbenbildung, da das zerstörte Hautgewebe schnell ausgetauscht werden kann. Dazu werden sich schnell vermehrende Zellen in die Oberhaut geschickt und füllen dort die Wunde auf. Falls die Wunde aber größer und schwerer ist, z.B. nach einem schweren Unfall (grobe Schnittwunde, Verbrennung) kann sich die Haut nicht mehr von selbst regenerieren. In diesem Fall wird Bindegewebe zum Wundverschluss gebildet. Das Bindegewebe jedoch hinterlässt eine Narbe, die spürbar dicker und härter ist als die umliegende Haut. Insbesondere bei Verbrennungen kann es zu recht wulstigen Ausprägungen kommen.

Die drei Typen von Narben

Je nachdem, wie die Narbenheilung verläuft können sich drei verschiedne Ausprägungen der Narbenform ergeben. An erster Stelle stehen die abgesenkten, die so genannten atrophen Narben. Diese liegen etwas tiefer als die umgebende Haut und Entstehen durch die mangelnde Bildung von Ersatzfasern. Oftmals bleiben solche Narben nach einer Akne übrig. Die zweite Form von Narben sind die hypertrophen Narben, also überstehende Narben. Häufig liegt eine Bindegewebsbildungsstörung vor, wodurch minderwertiges Bindegewebe gebildet wird und so die wulstigen Narben entstehen. Da die Narbe sehr ausgeprägt ist wird sie oft als kosmetisch störend oder im Bereich von Gelenken als beeinträchtigend empfunden. Die dritte Narbenform sind Keloide, also wuchernde Narben. In diesem Fall breitet sich das Narbengewebe auch auf weitere Hautareale aus, die dadurch derb, wulstig und mitunter stark gerötet sein können. Dazu kommen oft ein Juckreiz und eine Druckempfindlichkeit, da das Gewebe sehr dünn und leicht verletzbar ist.